Matcha – das grüne Gold

Traditionell wird Matcha mit einem Bambusbesen in einer Matcha-Schale zubereitet. Der Bambusspatel gehört ebenfalls zur Grundausstattung und dient der Portionierung. Zwei gehäufte Bambusspatel entsprechen einer Schale Tee.
Traditionell wird Matcha mit einem Bambusbesen in einer Matcha-Schale zubereitet. Der Bambusspatel gehört ebenfalls zur Grundausstattung und dient der Portionierung. Zwei gehäufte Bambusspatel entsprechen einer Schale Tee.

Wir machen keinen Hehl daraus – wir mögen die asiatische Kultur. Das könnt ihr auch bei unseren Rezepten sehen. In diesem Artikel wollen wir euch Matcha näher bringen. Matcha ist sehr fein gemahlener japanischer Grüntee, der hierzulande eine immer größere Beliebtheit erfährt. Er wirkt belebend und fördert die Gesundheit. Wir wollen euch die Herkunft, Wirkung und Zubereitung des grünen japanischen Premium-Tees erklären.

Woher kommt Matcha?

Ursprünglich stammt Matcha aus China und wurde dort zwischen dem 6. und 8. Jahrhundert von Zen- beziehungsweise Chan-Mönchen entwickelt und im 12. Jahrhundert nach Japan gebracht. In Japan erlangte der Tee zu immer größerer Beliebtheit, während er in China immer mehr in Vergessenheit geriet. Die Herstellung von Matcha war und ist auch heute noch sehr aufwendig, aus diesem Grund ist Matcha ein sehr kostspieliger Genuss.

Wie wird Matcha angebaut?

Der Tee wird in speziell beschatteten Teeplantagen angebaut. Die Pflanzen werden in den letzten Wochen ihres Wachstums beschattet, damit sie besonders viel Chlorophyll, Theamin und Koffein bilden. Gleichzeitig sollen so wenige Gerbstoffe wie nur möglich enthalten sein. Chlorophyll ist ein grüner Stoff, den Pflanzen benötigen, um Sonnenlicht in Traubenzucker, die Energiequelle der Pflanzen, umzuwandeln. Als „Abfallprodukt“ entsteht dabei Sauerstoff, den Menschen und Tiere zum Leben benötigen.

Wie wird Matcha verarbeitet?

Es ist besonders wichtig, den Tee so feinkörnig wie möglich zu mahlen. Dazu werden die Blätter nach der Ernte von Hand gepflückt, gedämpft, getrocknet und gebrochen, so dass sich die Stängel und die Blattadern vom Blattgewebe lösen. Das Blattgewebe wird nach dieser Prozedur mit Hilfe eines Luftstroms von möglichen restlichen Blatteilen getrennt und anschließend in einer Granitmühle gemahlen. Eine traditionelle Granitmühle benötigt etwa drei Stunden um 100 Gramm Matcha zu mahlen. Das fertig gemahlene Blattgewebe ist sehr aromatisch und reich an Vitaminen und gesunden Wirkstoffen.

Die Produktion von Matcha ist daher eine wirklich langwierige und schwierige Sache. Das ist auch der Grund für den hohen Preis pro Gramm für echten japanischen Matcha.

Matcha ist ein extrem fein gemahlenes leuchtend grünes Tee-Pulver.
Matcha ist ein extrem fein gemahlenes leuchtend grünes Tee-Pulver.

Matcha gibt es in sehr unterschiedlichen Qualitätsstufen.

Die verschiedenen Qualitätsstufen machen sich vor allem in Preis, Geschmack und Farbe des Tees bemerkbar. Ist die Qualität hoch bis sehr hoch, ist der Matcha leuchtend grün und sehr feinkörnig. Niedrigere Qualitäten zeigen eine blasse, grün-gelbliche bis braune Färbung, das Pulver ist grobkörniger und der Geschmack ist deutlich bitterer. Die höchst mögliche Qualitätsstufe wird „Teezeremonie-Qualität“ oder „Ceremonial Grade“ genannt, ist jedoch außerhalb Japans fast nicht zu bekommen. Tee der mittleren Qualitätsstufe wird häufig „Premium Grade“ genannt und ihn gibt es auch bei uns zu kaufen. Für den allgemeinen Gebrauch ist dieser Tee vollkommen ausreichend. Tee niedriger Qualität wird industriell hergestellt und findet zum Beispiel in Eis, fertigen Getränken, Schokolade und dergleichen Verwendung. Die Qualität des Tees wird schlechter, wenn ältere Blätter verwendet werden, wenn die Pflanzen nicht richtig abgeschattet werden oder wenn das Mahlen des Tees zu schnell geschieht.

Wie wird Matcha zubereitet?

In der japanischen Kultur ist die Matcha-Zubereitung etwas ganz Besonderes. Dabei kommt ein spezieller Bambusbesen, der Chasen, zum Einsatz. Das Teepulver wird traditionell durch ein feines Sieb in eine spezielle Matcha-Schale (Chawan) geseiht und mit dem Chasen in M-förmigen Bewegungen zusammen mit heißem Wasser schaumig geschlagen. Der Tee wird danach heiß getrunken. Bei besonderen Anlässen trinken Japaner den Tee dickflüssiger und ohne Schaum. Dazu geben sie mehr Matcha-Pulver und weniger Wasser in die Matcha-Schale. Der Tee wird aber in allen Fällen heiß getrunken.

Ihr könnt Matcha natürlich auch auf die traditionelle Weise zubereiten. Bei uns haben sich jedoch noch andere Formen der Zubereitung durchgesetzt, zum Beispiel in kalter Form als Ergänzung zu Smoothies. Am besten eignet sich für die Smoothie-Zubereitung ein Hochleistungsmixer wie zum Beispiel der Vitamix, da die hohe Umdrehungszahl des Rotors einen schön schaumigen Smoothie ergibt.

Matcha eignet sich neben Tees und Smoothies auch als Zutat in leckerem Eis-Sorbet, Keksen, Brownies oder Fruchtsaft. Es sollte euch jedoch klar sein, dass ihr mit solchen Dingen natürlich sehr weit weg von den traditionellen Methoden seid. Für diese Zubereitung ist hochwertiger Matcha daher eine Verschwendung. Ihr könnt als Alternative Grünteepulver verwenden. Grünteepulver wird aus dem kompletten Teeblatt gemahlen und ist wesentlich günstiger als echter Matcha. Achtet auf Bezeichnungen wie „Einsteiger-Matcha“ oder „Koch-Matcha“, dabei handelt es sich wahrscheinlich um das deutlich günstigere Grünteepulver, das ihr zur Weiterverarbeitung verwenden könnt. Natürlich gibt es auch hier unterschiedliche Qualitätsstufen, da müsst ihr einfach testen.

Noch einige Worte zu Kauf und Lagerung

Matcha ist ein sehr sensibles Naturprodukt, das mit großer Sorgfalt und Liebe hergestellt wird. Das solltet ihr beim Gebrauch des Tees auf jeden Fall beachten. Wir konnten Matcha bisher nur im Internet und im Bio-Geschäft finden. Im normalen Supermarkt haben wir ihn noch nicht entdecken können. Wenn ihr Matcha kauft, solltet ihr in so schnell wie möglich verbrauchen. Er verliert bei Kontakt mit Luft schnell an Geschmack und Qualität. Bewahrt in daher in möglichst luftdichten Verpackungen auf und schützt ihn vor Wärme und Licht – das wird seine Lebensdauer verlängern. Euer Kühlschrank ist ein guter Ort, um Matcha aufzubewahren. Matcha kann übrigens auch eingefroren werden. Taut ihn aber in jedem Fall schonend im Kühlschrank auf, damit er durch rapide Temperaturunterschiede kein Kondenswasser ziehen kann. Kondenswasser wäre reines Gift für den Tee.